Kriegerehrenmal Ibbenbüren
Etwa in der Mitte des Kirchplatzes an der Christuskirche in Ibbenbüren steht das Kriegerehrenmal. Die zusammen gut neun Meter hohe Kombination von Sockel und Säule wurde 1872 für etwa vierhundert Taler vom Kriegerverein auf dem Kirchplatz errichtet.

Der Sockel wurde damals mit zwei Gedenktafeln versehen, die an die Gefallenen der Feldzüge von 1866 und 1870 erinnern. Die Inschrift beginnt mit den Worten : „Dem Andenken ihrer in den Kriegen gebliebenen Söhne widmet dieses Denkmal die dankbare Gemeinde der Nachwelt zur bleibenden Erinnerung.“
Der Kriegerverein verfolgte keine politischen Interessen, sondern er wollte das Gedenken an die gefallenen Kameraden wahren und die Angehörigen in ihrer Not unterstützen. Jährlich wurde an den Heldengedenktagen der Gefallenen gedacht, es wurden Kränze am Denkmal niedergelegt. Diese Tradition erhielt sich bis 1945, danach wurde der Kriegerverein von der englischen Militärregierung aufgelöst.

Die ursprüngliche Umfassung des Denkmals mit einem Staketzaun aus verzierten Eisenstäben wurde um 1915 durch Sandsteinsäulen ersetzt, die mit Kugelketten verbunden waren. Einige dieser schönen Pfeiler mit einem Säulenkopf, der an eine Bischofsmütze erinnert, bilden noch heute die nördliche Begrenzung des Kirchplatzes.
Im Jahr 1925 wurde zur Erinnerung an die im Ersten Weltkrieg gefallenen Soldaten vom Kriegerverein die Tafel in östlicher Richtung ergänzt, darauf stehen die Worte: „Den gefallenen Kameraden zum Gedächtnis.“
Die Namen der damals 157 Gefallenen dieses Krieges aus Ibbenbüren wurden auf acht großen Sandstein-Grabplatten eingemeißelt. Diese Platten hatten bis 1955 ihren Platz im Turm-Raum der benachbarten Christuskirche. Heute liegen sie als Bodenplatten im ersten Geschoss des Turms, der in unregelmäßigen Abständen auch zu besichtigen ist.
Die Tafel in westlicher Richtung im Sockel des Denkmals, die an die Gefallenen der beiden Weltkriege erinnert, wurde 1950 vom Ehrenbürger der Stadt Ibbenbüren, Gustav Deiters, gestiftet. Sie trägt die Worte von Friedrich Schiller: „Und setzet ihr nicht das Leben ein, nie wird euch das Leben gewonnen sein.“
Die fünf Meter hohe, schlanke und profilierte Stele des Denkmals aus Ibbenbürener Karbonsandstein war einst mit einem Adler aus Bronze gekrönt. Mit den Jahren war der Adler von einer grünen Patina überzogen. Zum Ende des zweiten Weltkriegs 1945 diente er den Engländern als Zielscheibe. Nachdem sie den "Vogel abgeschossen" hatten, wurde er in der folgenden Nacht gestohlen.
1948 machte sich der Heimatverein für die Anbringung eines neuen Adlers stark und sammelte Geld. Ein Bronzeguss war kurz nach dem Krieg jedoch zu teuer, so entschied man sich für Ibbenbürener Sandstein. Der heutige (kleinere) Adler wurde 1954 geschaffen und vom Heimatverein auf die Säule gesetzt.

Auf der Westseite des Säulensockels befindet sich eine bronzene Bodenplatte mit der Aufschrift "Wieso, weshalb, warum? Wer nicht fragt, bleibt dumm!" Mit der ebenso weisen wie eindringlichen Frage aus der Fernsehsendung "Sesamstraße" stellt seit dem Jahr 2000 der Künstler Dragan Lovrinovic die Heldenverehrung der Vergangenheit in Frage. Die Platte mahnt dazu die Geschichte zu hinterfragen und will erinnern, um politischen Machtmissbrauch bewußt machen. So mag man auch in Frage stellen, ob das Zitat aus Schillers Wallenstein im Sockel der Säule im Sachzusammenhang als angebracht erscheint.
Im Zuge der Sanierung des Kirchplatzes wird in Betracht gezogen das Kriegerehrenmal an einen anderen Platz in der Innenstadt zu versetzen. Die evangelische Kirchengemeinde hat im Jahr 2010 beschlossen, dass das Ehrenmal von der Mitte des Kirchplatzes entfernt wird.
Als mögliche neue Standorte sind der historische Friedhof an der Schulstraße oder der Clemensplatz vor dem Ibbenbürener Rathaus vorgeschlagen.
Im Rahmen der Veranstaltungsreihe "Ab in die Mitte - Den Kern öffnen 2010" sind Bürger und Gäste Ibbenbürens aufgerufen eigene Vorschläge zur zukünftigen Platzgestaltung und zu möglichen neuen Standorten für das Kriegerehrenmal einzubringen.
Quellen: Werner Suer auf Internetseite des Ibbenbürener Stadtmuseums zu Kriegerdenkmal und Christuskirchplatz,
Horst-Günther Lehmkühler in "Kunst Denkmäler in Ibbenbüren"
Bildquelle: Stadtmuseum Ibbenbüren (www.stadtmuseum-ibbenbueren.de)
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